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Alt werden in der Gemeinde: Zusammenhalt schaffen und Familienbetreuung ermöglichen

In der Gemeinde Mönchgut, wie in vielen ländlichen Regionen, ist die Bevölkerung im Durchschnitt deutlich älter als im Bundesdurchschnitt. Viele ältere Menschen leben allein oder sind auf Pflege angewiesen. Gleichzeitig wandern junge Familien oft in die Städte ab, sodass der Generationsaustausch und der Zusammenhalt in der Gemeinde gefährdet sind. Es fehlen Angebote, die ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen und gleichzeitig den Kontakt zwischen Jung und Alt fördern.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sehen wir folgende Möglichkeiten:

Mehrgenerationenhäuser und -wohnen fördern

Wir wollen Anreize schaffen, damit mehr Mehrgenerationenhäuser und -wohnungen in der Gemeinde entstehen. Durch das Zusammenleben von Jung und Alt können gegenseitige Unterstützung, Betreuung und ein lebendiger Austausch gefördert werden. Ältere Menschen profitieren von der Nähe zu Familien, junge Familien von der Entlastung und Unterstützung durch die Älteren.

Betreutes Wohnen auf WG-Basis

Statt klassischer Pflegeheime wollen wir das Konzept des betreuten Wohnens in Wohngemeinschaften fördern. Hier können ältere Menschen selbstständig und selbstbestimmt leben, aber gleichzeitig die nötige Unterstützung und Pflege erhalten. Der Fokus liegt auf Gemeinschaft, Aktivität und Teilhabe am Dorfleben.

Kommunales Pflegeheim auf Mönchgut

Für Bewohner, die eine intensivere Pflege benötigen, könnte ein kommunales Pflegeheim auf der Halbinsel Mönchgut entstehen. Dieses Heim soll sich in die Dorfstruktur integrieren und den Kontakt zur Gemeinde ermöglichen.

Etappen und Zielsetzungen

– Bis 2026: Erstellung eines Konzepts für Mehrgenerationenwohnen in der Gemeinde, Identifikation geeigneter Standorte und Anreize für Investoren

– Bis 2028: Eröffnung erster Mehrgenerationenwohnprojekte

– Bis 2029: Erstellung eines Konzepts für betreutes Wohnen in Wohngemeinschaften, Suche nach geeigneten Immobilien

– Bis 2030: Eröffnung erster Wohngemeinschaften für betreutes Wohnen

– Bis 2031: Planung eines kommunalen Pflegeheims auf Mönchgut

Diese Maßnahmen zeigen Möglichkeiten wie wir den Zusammenhalt in der Gemeinde stärken, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und gleichzeitig junge Familien unterstützen. Gemeinsam können wir Mönchgut zu einer lebenswerten Heimat für alle Generationen machen!

Gemeindeschwester Agnes – Eine Lösung für Mönchgut?

Die Einführung des Konzepts der Gemeindeschwester Agnes in der Gemeinde Mönchgut bietet vielversprechende Möglichkeiten zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung, insbesondere für ältere und immobile Bürger*innen.

Lösungsansätze und Möglichkeiten  

Die Studie „AGnES“ (Arztentlastende, Gemeindenahe, E-Health-gestützte, Systemische Intervention) der Universität Greifswald hat gezeigt, dass Gemeindeschwester*innen Ärzt*innen effektiv entlasten und die Versorgungsqualität im ländlichen Raum verbessern können. Seit November 2007 werden in Mecklenburg-Vorpommern entsprechende Ausbildungen angeboten, wie der Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de) am 19.11.2007 berichtete.

In Thiessow gibt es bereits eine Kinderarztpraxis. Hier könnte eine Anlaufstelle für eine Gemeindeschwester eingerichtet werden, die den Ortsteil und umliegende Gebiete versorgt. Gemeindeschwester*innen könnten Hausbesuche durchführen, Verbandswechsel vornehmen, Blutdruck messen und eine Anbindung an ärztliche Versorgung gewährleisten – ganz im Sinne der legendären „Schwester Agnes“ aus der DDR.

Etappen und Zielsetzungen

Kurzfristig sollten geeignete Räumlichkeiten neben der Kinderarztpraxis in Thiessow geschaffen und eine Gemeindeschwester eingestellt werden. Die Bevölkerung muss über dieses neue Angebot informiert und zur Inanspruchnahme motiviert werden.  

Mittelfristig könnte eine flächendeckende Einrichtung von Gemeindeschwester-Stationen in allen Ortsteilen angestrebt werden.

Langfristig gilt es, ausreichend Fachkräfte auszubilden und das Konzept nachhaltig in die Gesundheitsversorgung zu integrieren. Eine enge Zusammenarbeit mit Hausärzt*innen, Pflegediensten und der Universität Greifswald ist dafür unerlässlich.  

Herausforderungen

Mögliche Herausforderungen sind die Finanzierung der Personalkosten und Räumlichkeiten, die Gewinnung von Fachkräften sowie Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung. Zudem muss eine klare Abgrenzung zu bestehenden Angeboten wie der Hauskrankenpflege erfolgen.    

Die Wählergemeinschaft „Lebenswertes Mönchgut“ wird prüfen, ob das Konzept der Gemeindeschwester in der Gemeinde umsetzbar ist und welche Schritte hierfür notwendig sind.

Vorbild Gesundheitskiosk Neubrandenburg

Ja, in Neubrandenburg wurde im August 2023 der erste „Gesundheitskiosk“ in Mecklenburg-Vorpommern eröffnet, in dem unter anderem eine Gemeindeschwester arbeitet. Dies geht aus der Quelle [1] hervor:

„Der Kiosk am Reitbahnweg ist mit zwei Mitarbeitern des Sozialpsychiatrischen Dienstes und einer Gemeindeschwester besetzt. Zur Eröffnung am Montag kam auch Gesundheitsministerin Stefanie Schwesig (SPD).“

Bezüglich der Finanzierung einer Gemeindeschwester-Stelle in der Gemeinde Mönchgut gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Landesförderung: Das Land Mecklenburg-Vorpommern plant laut Regierungsportal die Schaffung von 1000 „Gesundheitskiosken“, was vermutlich eine Förderung der Personalkosten beinhaltet.

2. Finanzierung über die Gemeindekasse: Grundsätzlich können Personalkosten für eine Gemeindeschwester auch aus dem regulären Gemeindehaushalt bezahlt werden, sofern die finanziellen Mittel dafür vorhanden sind. 

3. Finanzierung über Kurtaxe: Die Kurtaxe-Einnahmen könnten theoretisch zur Finanzierung einer Gemeindeschwester-Stelle herangezogen werden, da dies der Daseinsvorsorge und Attraktivität des Kurortes dient. Allerdings müsste dies rechtlich geprüft werden, da die Kurtaxe eigentlich für touristische Zwecke vorgesehen ist.

Insgesamt gibt es also verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung, wobei eine Landesförderung im Rahmen des Gesundheitskiosk-Programms am naheliegendsten erscheint. Die Gemeinde könnte sich dabei am Vorbild Neubrandenburg orientieren. Diese Möglichkeiten sollte die Gemeinde prüfen und gezielte Anfragen zur Landesförderung stellen.  

Quellen:

[1] https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Neubrandenburg-Erster-Gesundheitskiosk-in-MV,kurzmeldungmv12034.html

https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/gesundheit/gemeindeschwestern-gesundheitssystem-versorgung-102.html

https://www.aerztezeitung.de/Politik/Fachgesellschaften-fordern-staerkere-Vernetzung-durch-geplante-Gesundheitskioske-445446.html